Holzkonstruktion Wand- & Dachaufbau


Ich habe in meinem Leben schon das Eine oder Andere gebaut, aber ich muss sagen der Aufbau der Wände hat mir wahnsinnigen Spaß gemacht. Es war bei jedem einzelnen Wandelement ein wunderbares Gefühl und man hat sich einfach einmal Zeit genommen um sich die Fortschritte anzusehen.


Es ist schön, dass ich das mit euch teilen darf!




Man sollte sich bereits Gedanken über die Küche, die Einrichtung und natürlich über die Fenster machen BEVOR man den Holzbau angeht!

Wenn die Konstruktion erst mal steht sollten die Fenster auch rein passen!

Ich werde meine Konstruktion an meine Fenster anpassen, nicht umgekehrt! Ich finde es so leichter.




Ich habe mich für eine 14 cm starke Holzkonstruktion entschieden. Um Gewicht einzusparen habe ich 14/4 Kanter genommen. Ich habe einen Vergleich zu Steico Stegträger aufgestellt.

Ich konnte weder finanzielle, konstruktive oder gewichtstechnische Vorteile erkennen.

Da ich wenig Winkel verwendet habe und einfache Schraubverbindungen bevorzuge habe ich mich für Konstruktionsvollholz entschieden.


Die Aussteifungen, Verstrebungen und statisch nicht tragenden Pfosten habe ich mit 8/4 Kanter gebaut. Wieder um Gewicht einzusparen. Allerdings hat sich auch ein weiterer Vorteil ergeben. Ich habe wesentlich mehr Platz für die Installationen in der Wand.


Mit dieser Holzkonstruktion erhalte ich einen U Wert von ca. 0,2




 



Das war im Großen und Ganzen mein Ablauf


Plankontrolle

  • Ich habe mir zuerst noch einmal den Plan ganz genau angesehen! Plan- und Originalmaße sind oft nicht das selbe. Ich bin zB. beim Anhänger bei der Plattformhöhe von der Oberkante ausgegangen, tatsächlich ist das vom Hersteller angegebene Maß die Unterkante.... Ein guter Anhaltspunkt ist besonders bei mobilen Häuser die 4,0m vom Boden zur höchsten Kante! Ich habe also vom Dach nach unten gerechnet. Ich habe 3cm "Spatze" eingeplant, mein Dachaufbau von 25cm,, den Anhängeraufbau von 62cm, den Boden- und den Auflagepfosten von insgesamt 8cm und habe so die Höhe von meinen Steher ermittelt. Auf der hohen Seite! Ich habe ein Pultdach! Ich habe mich für 10° Dachneigung entschieden und konnte so die Steherhöhe auf der kurzen Seite berechnen! Trotzdem habe ich immer wieder nachgemessen, angepasst und mit Schwankungen in der Holzstärke und Drehungen "gekämpft"


START

  • Ich habe einfach mal angefangen! Ich habe die Steher abgelängt, am Anhänger aufgelegt und die Abstände laut Plan auf Boden- und Auflagepfosten angezeichnet. Hier sollte man ein Auge auf den Sparrenabstand haben, so das jeder Sparren auf einen Steher aufliegt. Wo das nicht möglich ist, wie zB. einen Fenster, kann man Verstrebungen einbauen. Das habe ich aber erst getan als die Sparren dort lagen wo sie auch hingehören. Hier sollte man sich den Spaß nicht nehmen lassen und einfach drauf los werkln! Die Steher mit dem Boden-und Auflagepfosten verschrauben und dann die Querstreben für Fenster einpassen. Bei den Fenster muss man unbedingt daran denken, das man seitlich und oben je gut 1cm für den Einbau frei lässt. Unten ist es abhängig davon ob das Fenster ein Fensterbankprofil drauf hat. Die meisten Fenster werden damit geliefert, man kann es zur Not auch noch entfernen! Das Fensterbankprofil hat 3cm! Ich habe, und das werde ich erst noch sehen ob es so passt, bei einem Fenster mit 50/150 eine Aussparung von 52/155

Meine Haustür hat eine AluSchwelle. Diese wird erst auf den fertigen Boden aufgesetzt. Also muss man hier bei der Einbauhöhe auch den Fußboden Aufbau mit einrechnen!

Danke an meinen Fenster Lieferanten für diesen Hinweis!



  • Damit die Wandkonstruktion nicht allzu schwer aufzustellen ist, habe ich in Abschnitten gearbeitet. Ich habe insgesamt 8 Wandelemente gebaut. Seitlich je 3 und die zwei Seitenteile! Es ist ratsam die hohen Seitenelemente zuerst aufzubauen, da die Plattform nicht besonders breit ist.



  • Über dem Radkasten habe ich den Bodenpfosten doppelt genommen, andernfalls würde er sich bei über 2,0m durchbiegen! Man muss auch darauf achten das diese Wandelemente am Anhänger aufliegen und nicht der Stoß übern Radkasten ist. Ich habe etwas Allbert zwischen Siebdruckplatten und Bodenpfosten aufgetragen. Das ist aber ein Problem wenn man das Wandelement später noch etwas einrichten muss!


  • Die Wandelemente habe ich mit Pfosten stabilisiert die ich am Anhängeraufbau befestigt habe und am Boden mit Schraubzwingen! Man sollte mit dem Verschrauben warten bis man alle Elemente vermessen und ausgerichtet hat! Oben habe ich einen Querträger provisorisch eingezogen, hier sollte man schon den selben Abstand einhalten wie unten.



Sollte ich ein weiteres TinyHouse bauen, würde ich alle Steher bereits schräg, nach Dachneigung, abschneiden. Das geht sehr einfach! Und man erspart sich das Anpassen der Sparren und Seitenelemente!


  • Die Seitenelemente habe ich auch direkt am Anhänger aufgebaut. Das war sehr praktisch, da ich so sicher gehen konnte das sie genau in die Lücke passen.



  • Als ich alle Wände nach Plan aufgestellt habe, habe ich an die seitlichen Wände miteinander verschraubt (aber nur unten) und habe innen und außen eine Schnur gespannt. Ich habe auch einen Pfosten nach dem Innenmaß abgeschnitten und bin damit am Boden und oben das gesamte Haus entlang gegangen und zu überprüfen, das ich überall das selbe Innenmaß habe! Zusätzlich habe ich die Diagonalen gemessen und die Gesamtlänge am Haus, oben und unten. Natürlich muss man dann auch noch mit einer Wasserwaage überprüfen ob alle Wände gerade sind.



  • Wenn man sich sicher ist das alle Wände parallel zueinander ausgerichtet sind, kann man die Bodenpfosten in den Anhänger schrauben. Ich hatte dazu Sechskantschrauben, leider drehten diese sich durch, keine Ahnung warum.... Also habe ich Senkkopfschrauben verwendet, ich hatte sie zur Hand, das ist nicht zu empfehlen, da sich im Holz verschwinden und die Konstruktion anfangen könnte zu arbeiten! Deswegen habe ich dazwischen grüne Platten gesetzt und zusätzlich die Steher mit Metallplatten am Anhängeraufbau befestigt. Der eine oder andere Winkel kam auch zum Einsatz!


  • Sollte eine Wand noch etwas schräg sein kann man sich mit einer Hilfskonstruktion helfen.


Ich habe am Anhängeraufbau eine Pfosten angeschraubt, den ich Diagonal über die Wand laufen lies. Auf diesen Pfosten habe ich ein kleines Stück Holz geschraubt, dass einen Abstand von ca. 10cm, zu einem Steher hatte. Durch diesen Steher habe ich mit einer langen Schraube geschraubt und somit diesen Steher an das Stück Holz "herangezogen". Damit konnte ich die Wand ausrichten! Diese Hilfskonstruktion muss solange bestehen bleiben, bis man Diagonalen eingesetzt hat!




Sämtliche Diagonalen, Aussteifungen und Verstrebungen habe ich erst eingebaut als alle Wände korrekt ausgerichtet waren!!



  • Um die Siebdruckplatte mit dem Bodenpfosten zu verbinden, habe ich abgesägte Gewindestangen verwendet, so konnte ich zwischen Radkasten und Siebdruckplatte eine scheuernde Schraube vermeiden und habe nur die Mutter! Ein kleiner Tipp. Man sollte die Muttern auf der Gewindestande haben, bevor man sich abflext oder sägt, beim runterdrehen, korrigiert man wieder das zerstörte Gewinde und kann damit arbeiten. Bei einem Meter würde das händische drauf drehen ewig dauern!






 

  • Bei den Dachsparren habe ich zuerst nach Plan ein Muster mit einem leichten Brett angefertigt. Die Sparren habe ich mit Leimbrettholz 60/160 gebaut.

Ich habe auf beiden Seiten über die gesamte Länge die Abstände angezeichnet, hier würde man das erste Mal merken, wenn man mit den Wänden gepfuscht hat

Dann legte ich den zweiten und vorletzten Sparren auf! Warum diese Beiden? Weil der erste und letzte direkt auf der Seitenwand liegt und ich die Auflagepfosten nicht schräg ausgebildet habe, das bedeutet ich muss den ersten und letzten Sparren gesondert für die Wand anfertigen!



Ich habe auf beiden Seiten eine Schnur gespannt um alle Sparren dazwischen in der Höhe ausrichten zu können. Da die Holz gewissen Toleranzen hat, sind meine Pfosten in der Wandkonstruktion mal dünner und mal dicker und somit hat man immer etwas auszugleichen und kann nicht alle Sparren blind gleich anfertigen. Vorher messen ist eine gute Idee!


Die Sparren habe ich entweder von oben mit einer 240 Schraube in den Steher geschraubt oder von unten an den Auflagepfosten.


An den Stellen wo mein Sparren nicht direkt auf einem Steher aufliegt habe ich Verstrebungen eingebaut!


Ich habe alle Höhen meiner Verstärkungen groß dazu geschrieben und fotografiert!

Vergesst nicht das der Fußboden Aufbau noch dazu kommt wenn ihr die Höhen anzeichnet!


 





Zu diesem Zeitpunkt sollte man bereits wissen, wo ein Hängeschrank oder ein Waschbecken montiert wird!


Jetzt ist der beste Zeitpunkt um an diesen Stellen, in der Konstruktion Pfosten anzubringen. Man sollte auch sicher gehen, das man in den Ecken die Möglichkeit hat die Innenverkleidung anzuschrauben.


Wer ein Loft baut muss JETZT wissen, wie er die Pfosten befestigen wird! Ich habe mich dafür entschieden, zuerst die Innenverkleidung anzubringen und danach die Pfosten von außen durch die Wandkonstruktion anzuschrauben! Dafür habe ich bereits Träger eingebaut


Auch an die Ofenrohrdurchführung sollte man denken oder die Fernseheraufhängung





Ich habe den Technikkasten erst ganz zum Schluss gebaut, keine Ahnung warum, aber es war mehr oder weniger eine 2 Stunden Aktion. Ging also leicht von der Hand. Ich habe einfach die Dachauflage angeschraubt und dann die Steher dazu geschraubt. Fertig :)





In der Zwischenzeit habe ich auch eine Treppe gebaut um das Material leichter auf den Anänger laden zu können. Eine Premiere! Aber für den ersten Versuch bin ich ganz zufrieden!







Die Installationen und damit anstehenden Verstrebungen in der Wandkonstruktion mache ich erst nachdem ich die Innenverkleidung angebracht habe. So wie die Bodendämmung über dem Radkasten!



Alle Fotos findet ihr in der GALERIE



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Ich hoffe der Artikel hat euch Spaß gemacht und vielleicht auch noch die Eine oder Andere Idee in den Kopf gesetzt.


Wenn ihr wissen wollt womit ich arbeite, findet ihr alles in meinem Werkzeug Artikel!


Hier das Video zum Artikel!






Ich möchte hier noch kurz erwähnen das es sich hier lediglich um eine Schilderung meines privaten Ablaufes handelt. Ich behaupte hier weder das man es so machen soll, noch das es korrekt ist!